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Im Učka gibt es Gastwirtschaften, wo neben wildem Spargel und frischen Pilzen auch Wildgerichte serviert werden, die sogar Bärenfleisch nicht ausschließen. Eine wirklich archaische Gegend. Aber selbst hier am Berg sprechen die Einheimischen meist drei Sprachen: neben kroatisch auch italienisch und deutsch. Es wirkt seltsam, dass wir, selbst an diesem entlegenen Ort, auf Deutsch nach dem Weg fragen – und auch Auskunft bekommen! Die Monarchie ist nicht einmal in Schönbrunn so nah und deutlich wie hier im nördlichen Teil des Kvarners.

Die eingehende Besichtigung des verwinkelten mittelalterlichen Bergdorfs Mošćenice ist jedenfalls sehr ans Herz zu legen. Die uralte Olivenölmühle ist sehenswert, außerdem kann der Rucksack mit ganz speziellen örtlichen Kräuterlikören bestückt werden. Wer es sucht, für den gibt es sogar richtige Spitzengastronomie mitten im Učka-Massiv: Auch das mit einem begnadeten Ausblick auf die Kvarner Bucht gelegene Hotel Draga di Lovrana hat einschlägige kaiserliche/monarchistische Verhangenheit, in den letzten Jahren wurde es sehr qualitätvoll von einem Besitzer reaktiviert, der hauptberuflich eine Fischfangflotte betreibt und alleine aus diesem Titel heraus den Gästen seines Jeunes-Restaurateurs-Betriebs nur das Allerbeste auftischt. Unbedingt auch ein Gericht mit den zu Recht gerühmten Kvarner Scampi bestellen!

001 Kvarner E-Bike-Reise kl
Überreste frühzeitlicher Siedlungs-
formen im Učka-Massiv …
036 Lungomare kl
Das berühmte „Mädchen
mit der Möwe" in Opatija
 
075 Krk kl
Die „Titobrücke“ verbindet
Krk mit dem Festland
068 Ucka kl
Das Bergdorf Mošćenice,
im Hintergrund Rijeka
 

Wir fahren in ein weiteres Bergdorf, das wenige Kilometer nördlich von Opatija und Rijeka gelegene Kastav. Das mittelalterliche Wehrstädtchen ist alles andere als überrestauriert, doch es erscheint uns als touristisch noch ungeschliffenes Juwel, von dem man wohl in Zukunft mehr hören wird. Bergdörfer ereilt oft das Schicksal der Entvölkerung, weil es unbequem, entlegen und eng ist, darin zu wohnen. In Kastav ist das Gegenteil der Fall. Auf dem der Altstadt vorgelagerten Parkplatz herrscht ein Kommen und Gehen wie in einem Bienenstock. Die Menschen gehen ihren Geschäften nach oder setzen sich auf einen Tratsch in eine der zahlreichen Bars. Es gibt Museen und Galerien, und im Jahreslauf finden Musikfestivals mit internationaler Besetzung statt. Außerdem findet man mit dem Kukuriku ein tolles Hotel-Restaurant, das höchste Ansprüche erfüllt: Patron Nenad Kukurin ist einer der Vorreiter der Slow-Food-Bewegung in Kroatien, in allen einschlägigen Führern wird das stilvolle Lokal an vorderster Stelle gelistet.

Von Kastav aus führen verschiedene Wanderrouten durch die umliegenden Karstwälder. Als Radrouten erweisen sie sich als durchaus anspruchsvoll. Karst bedeutet in der Praxis Geröll, und das macht die Befahrung der Wege zwar nicht familientauglich – da es aber keine nennenswerten Steigungen gibt, ist die Befahrung auch für den Durchschnittsbiker unproblematisch. Und gäbe es arge Steigungen, dann würden wir beim Kraftlackl ganz einfach auf die höchste Unterstützungsstufe schalten …

Für den nächsten Quartierwechsel passieren wir die etwas morbid wirkende Küstenstadt Rijeka, die sich vom Sozialismus noch immer nicht vollständig erholt hat, und nehmen die Brücke (vormals „Titov Most“, heute „Krčki Most“) auf die Insel Krk, die wir am Vortag noch vom Učkagebirge aus betrachten konnten. Krk-Stadt ist ein geschichtsträchtiger Ort, der von Frankopanen und Venezianern geprägt wurde, jetzt ist es ein reizvolles Urlaubsstädtchen mit sehr ehrwürdiger Kulisse, samt Küstenpromenade und Åusflugsbooten, Bars und Restaurants, Souvenirläden, aber auch Stadtstränden.

026 Kvarner E-Bike-Reise kl
In Kastav ist man mit dem Bike wesentlich besser
unterwegs als mit einem Auto oder Motorrad
006 Kvarner E-Bike-Reise kl
Die historische Loggia
in der Bergstadt Kastav
 
081 Krk kl
Die Kvarner Inseln mit ihren zahlreichen
Buchten sind ein Badeparadies
013 Kvarner E-Bike-Reise qf kl
Ein Trekking- oder  Citybike
wäre im Učka überfordert
 


Mountainbiken kann man gleich vom Stadtzentrum aus. Verlässt man das Stadtgebiet, beginnen sofort anspruchsvolle Trails, die in der kaum schattenspendenden Macchia recht schweißtreibend sind. Erst im weiteren Umland finden sich wieder Bäume, Dörfer, auch kleine Alleen und Ruinen. Und auch hier finden sich immer wunderschöne Ausblicke aufs Meer und ins Hinterland. Es hat schon was, sich während einer Radtour im Meer abzukühlen, sich auf heißem Stein wieder trocknen zu lassen und erfrischt die Fahrt fortzusetzen.

Der „motomobil“-Herbergstipp in Krk-Stadt ist das geschmackvoll und großzügig renovierte Hotel Marina mit Blick auf das Treiben im Hafen. Zur Stärkung fährt man in die Konoba und Weingut Nada im etwas abgelegenen Vrbnik, die in jedem Reiseführer ganz obenauf und dementsprechend ausreserviert ist – aber bei jedem Besuch immer wieder gut. In Vrbnik keltert man den wohlbekannten, aber nur in diesem Bereich autochthonen Žlahtina-Weißwein – das Nada ist auch für diese lokale Kreszenz die richtige Bezugsquelle.

Uns zieht es weiter südwärts nach Rab, auf die nächste der vier Kvarner Inseln. Von Valbiska nach Lopar dauert es mit der Fähre zwei Stunden, man bekommt hier die beeindruckendsten Ausblicke auf den Kvarner vom Wasser aus. Da wird es wohl eine Fortsetzung im nächsten Jahr geben.


DAS RAD ZUR REISE: PUCH KRAFTLACKL 650b

028 Kvarner E-Bike-Reise klDas (oder der?) Puch Kraftlackl ist das sportlichste Modell in der aktuellen Modellpalette des elektrischen Puch-Fahrrad-Revivals. Die 27,5-Zoll-Reifendimension entspricht dem derzeitigen Trend bei Mountainbikes; der so gut wie lautlose Panasonic-Hinterradnabenantrieb baut extrem kompakt und verleiht dem Berg-Pedelec gemeinsam mit der 30-Gang-Shimano-Deore-XT-Schaltung sehr gute Kletterfähigkeit. Angesichts der Ausstattung und der Verarbeitungsqualität sind 2599 Euro ein ansprechender Verkaufspreis; www.puch-bike.at. Ein Kraftlackl-Test kann in „motomobil“-Folge 013 nachgelesen werden oder auf www.motomobil.at



tripptipp gruen

GUT WOHNEN & GUT SCHLAFEN
107 Miramar klEine der schönsten Möglichkeiten, zu fairem Preis am Wasser zu wohnen und sich bestens verpflegen zu lassen, ist seit zehn Jahren das Hotel-Resort Miramar in Opatija. Meerseitige Balkonzimmer inklusive Halbpension ab 110 Euro pro Person, Parkzimmer ab 90 Euro. Ive Kaline 11, 51410 Opatija, Tel.: 00385/51/280 000; www.hotel-miramar.info

Das Hotel Bevanda ist ein Traditionshaus im Zentrum von Opatija, das kürzlich mit großem Design- und Qualitätsaufwand neu eröffnet wurde. Die zehn großzügigen Zimmer sind nach berühmten Gästen in Opatija benannt, darunter Gustav Mahler, James Joyce und Albert Einstein. Das neue Bevanda-Panoramarestaurant zählt bereits nach kurzer Zeit zu den besten der Region. Balkonzimmer direkt am Meer ab 80 Euro pro Person, Zert 8, 51410 Opatija, Tel.: 00385/51/493 888; www.bevanda.hr

111 KvarnerUalace klDas Hotel Kvarner Palace in Crikvenica ist ein ehrwürdiges Grand Hotel mit viel Geschichte, es gehört nun zur selben österreichischen Hotelgruppe wie das Miramar in Opatija und wurde nach umfassender Modernisierung 2014 neu eröffnet. Aus dem Wellnessbereich im riesigen Park hat man schöne Aussicht auf die vorgelagerte Insel Krk. Meerseitige Zimmer inklusive Halbpension ab 75 Euro pro Person. Dr. Sobol 1, 51260 Crikvenica, Tel.: 00385/51/380 000; www.kvarnerpalace.info

Im historischen Kern der Stadt Krk direkt am Hafen befindet sich das Hotel Marina, das nach der Renovierung ein sehr exklusives Ambiente bietet, aber dennoch leistbar ist. Meerseitige Balkonzimmer inklusive Halbpension ab 60 Euro pro Person. Obala Hrvatske mornarice 8, 51500 Krk, Tel.: 00385/51/221 128; www.hotelmarina.hr


GUT ESSEN & GUT TRINKEN
102 DragaDiLovrana klDas einladende Restaurant Kukuriku liegt mitten in der Altstadt von Kastav, es hat 15 Gault-MIllau-Punkte und ist der kroatische Slow-Food-Tempel. Auch das angeschlossene Hotel ist höchst empfehlenswert. Trg Lokvina 3, 51215 Kastav, Tel.: 00385/51/691 519; www.kukuriku.hr

Das Restaurant im Hotel Draga di Lovrana an den Hängen des Gebirgszuges Ućka ist Mitglied der Jeunes Restaurateurs d’Europe und als Gourmetadresse weit über die kroatischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Lovranska Draga 1, 51415 Lovran, Tel.: 00385/51/291 826; www.dragadilovrana.hr

Treffpunkt für Liebhaber von Meeresfrüchten und von klassischer kroatischer Küche ist die Konoba Nada in Vrbnik auf der Insel Krk. In der Weinkellerei Nada bekommt man Spitzenweine und hausgemachte Edelbrände. Vl. Željko Juranić, Glavaca 22, Vrbnik, Otok Krk, Tel.: 00385/51/857 065; www.nada-vrbnik.hr


INFOS & WWW
Die österreichische Bezugsquelle für Broschüren, Karten und Zimmernachweise ist die Kroatische Zentrale für Tourimus, Liechtensteinstraße 22a/1/1/7, 1090 Wien, Tel.: 01/585 38 84; www.kroatien.at.

Das Büro des Tourismusverbands der Region Kvarner befindet sich in der Nikole Tesle 2, 51410 Opatija, Tel.: 00385/51/272 988; www.kvarner.hr.

Die Adresse des Fremdenverkehrsbüros in Kastav ist Trg Matka Laginje 5, 51215 Kastav, Tel.: 00385/51/691 425; www.kastav-touristinfo.hr. Besuchenswerte Kastav-Webseite!

Im Internet findet man üppige Informationen über die kulinarischen Highlights im Kvarner. Aktuelle Restaurantführer kann man entweder als Broschüre bestellen, im Web betrachten oder downloaden; www.kvarner-gourmet.com/deu. Die Webseite www.mein-kroatien.info ist ein nicht sehr übersichtlicher Mitmach-Reiseführer, in dessen Schlund sich zig-tausende Infos verbergen, wenn man genügend Zeit und Geduld mitbringt.

Sehr frequentiert und strukturiert ist www.adriaforum.com mit stündlich zahlreichen neuen Postings. Es gibt wirklich informative und schön illustrierte persönliche Reiseberichte, die oft (besser auffindbar) zusammengefasst werden auf www.reiseberichte-kroatien.de


LITERATUR & KARTEN
bucherEin äußerst nützlicher Begleiter ist das Reisehandbuch aus dem Michael Müller Verlag „Nordkroatien, Zagreb und Kvarner Bucht“ (368 Seiten, 5. Auflage 2012, ISBN 978-3899537093, 20,50 Euro) von Lore Marr-Bieger; www.michael-mueller-verlag.de.

Zum Einstimmen auf den Kvarner – oder auch zum Nachlesen – empfehlen wir das mit vielen historischen Fotos illustrierte Buch „Die k. u. k. Riviera“ der Grazer Autorin Renate Basch-Ritter, erhältlich über Amazon oder um 25 Euro an der Rezeption des Hotels Miramar. Von ihr stammt auch das umfangreiche Werk „Österreich auf allen Meeren“, eine interessante geschichtliche Aufarbeitung der österreichischen Kriegsmarine. Wer das feine Essen im Miramar zuhause nachkochen will, der besorgt sich an der Rezeption um 25 Euro die vom Küchenchef Arthur Berger zusammengestellte Rezeptsammlung „Mediterrane Lieblingsgerichte“.




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