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E-BIKE-TEST

DUCATI MIG-RR ELEKTRO-MOUNTAINBIKE


Text: Redaktion
Fotos: SQlab, Lupine, Motomobil
 

ES WERDE LICHT

Mit ein paar kleinen Handgriffen machen wir das Super-E-Bike von Ducati so fit wie den berühmten Turnschuh


Ducati MIG-RR
 


Ducati stellt mit dem MIG-RR ein elektrisches Premium-Mountainbike mit besten Komponenten sowie toller Verarbeitung und Lackierung hin. Der Antrieb mit 504-Wattstunden-Akku ist ein drehmomentstarker Steps E8000 von Shimano mit 11-Gang-XT-Kettenschaltung. 6250 Euro sind viel Geld – bei genauer Betrachtung aber auch wieder nicht: Denn nicht nur der klingende Name Ducati und das feine Design kommen ohne Aufpreis.

Das MIG-RR wurde in Zusammenarbeit mit der italienischen MTB-Schmiede Thok konzipiert. Deren Gründer und Konstrukteur Stefano Migliorini ist ehemaliger BMX-Champion und dekorierter Downhill-Weltcupfahrer – der Herr weiß also ganz genau, was und warum er es tut. Und weil Thok die Bikes hauptsächlich über Direktvertrieb mit ausgewählten Auslieferungsstützpunkten verkauft, bekommt man sie im Durchschnitt um einen Tausender günstiger als (in der Ausstattung vergleichbare) Fahrräder im stationären Handel. Das gilt jetzt auch für das Ducati MIG-RR mit seinen teuren Teilen von Fox, Renthal, Mavic und Shimano. Mit sehr langen Federwegen, überbreitem Karbonlenker und überrollfreudigem 29-Zoll-Vorderrad (hinten 27,5 Zoll) entspricht es dem aktuellen Trend bei elektrischen Enduro-Mountainbikes. Das fahrerische Können setzt hier das Limit der Geländegängigkeit, und eher nicht die Maschine.

Nun könnte man meinen, dass ein Oberklasse-E-Bike eigentlich passen sollte, wenn man es sich um gutes Geld aus der Auslage holt. Jein. Denn ob man nun gerne in gerölligem Gebiet, auf einfacheren Pisten oder überhaupt tourenmäßig unterwegs ist, das ist eine Frage der persönlichen Ansprüche – eine universelle Ausstattung ist immer ein guter Ausgangspunkt.

Ducati MIG-RR
„motomobil“ E-Bike-Gasttester Herbert Bonka flaniert
vor seinem Wirtshaus im Wienerwald
Ducati MIG-RR
Schade, dass man am Foto
die arge Steigung nicht erkennt
 

Irgendein international angesehener Downhill-Crack hat einmal zu Protokoll gegeben, dass er mit dünnen Lenkergriffen mehr Gefühl hat – und seitdem werden sie bei teuren E-MTBs immer dünner. Beim MIG-RR sind sie dann fast wie Soletti. Weg damit. Auch kommen vom 80-Zentimeter-Lenker links und rechts jeweils zwei Zentimeter weg, das ist noch immer mehr als breit genug. Klarerweise sind in den letzten Jahren mit 27,5- und jetzt 29-Zoll-Vorderrädern die Lenker in die Breite geschossen. Doch dass man bei einem Oversize-Lenker durch den „geöffneten Brustkorb“ mehr Atemvolumen und damit mehr Leistungsfähigkeit hätte, das ist ein wirklich guter Schmäh, der über den Fachhandel und Medien gern verbreitet wird.

Unabhängig von Modeerscheinungen fährt man am besten, wenn alles am besten passt. Das deutsche Unternehmen SQlab (der Name kommt von Asklepios, Gott der Heilkunst) ist seit über 15 Jahren eine der allerersten Adressen, wenn es um die hochwertige Auswahl von Lenkergriffen und Fahradsätteln geht, auch Lenker, Vorbauten und Pedale sind im Programm. Die Entwicklung der Produkte wird hier sowohl auf höchster wissenschaftlicher (anatomischer) Basis als auch praxisorientiert betrieben.
SQlab 60X
Der 60X von SQlab ist speziell für E-Mountainbikes
und ist auch nach Stunden nicht spürbar
SQlab 710
Der SQlab 710 passt auf Anhieb und
bietet sehr gutes Griffgefühl
 

Der MTB-Griff 710 mit Entlastungsflügel (35 Euro, in drei Größen) bietet eine gute Kombination aus Auflagefläche und Bewegungsfreiheit. Verschiedene Gummimischungen sorgen für hohes Gripniveau und Komfort. Die nötige Gewöhnungszeit für den SQlab 710? Keine Sekunde.

Der Original-Ducati-Sattel ist ein heikles Kapitel. Von verschiedenen „motomobil“-Testern wollte kein einziger auf Dauer darauf sitzen bleiben. Beim SQlab 60X (149 Euro, in vier Größen) macht die Oberfläche einen noch härteren Eindruck – aber man spürt ihn auch nach Stunden nicht, etwas besseres kann man darüber nicht feststellen. Mit seinem erhöhten Heck wurde er speziell für hochperformante E-Mountainbikes entwickelt, weil man hier fast ausschließlich im Sitzen fährt. Drei verschiedene Dämpfungseinsätze erlauben beim Treten eine bandscheibenentlastende seitliche Neigung des Sattels.
 
Lupine SL
Wer wirkliche Erleuchtung sucht, der greift zur Lupine- Lichtanlage aus deutscher Präzisionsfertigung
SQlab 60X
Für hinten genügt ein günstiges,
USB-aufladbares LED
 

Als Pedale kommen der Optik halber schöne Shimano-Plattformpedale mit einstellbarer Höhe der Pins drauf (79 Euro im Giant Store Klosterneuburg). Und weil man eine kleine Hecktasche für das Pickzeug wegen der Teleskopstütze nicht am Sattelrohr montieren kann, sondern dafür das Gestänge verwenden muss, werden wir wahrscheinlich bei einem der intelligenten Klickfix-Produkte (online oder Händler Vertical E-Bikes) fündig werden.

Über die Kraft und die Bergtauglichkeit des Shimano E8000 ist bereits viel getestet und veröffentlicht worden. Rund um Wien gibt es wohl keine Strecke, von der dieser Motor überfordert wäre. An den drei vom linken Lenkergriff aus wählbaren Unterstützungsstufen „Eco“, „Trail“ und „Boost“ fällt auch am Ducati MIG-RR auf, dass besonders in Trail der Pedelec-Sensor sehr sensibel und unmittelbar auf den Pedaldruck reagiert, und dass damit die Elektrik genau die gewünschte Kraft dazugibt. In Boost ist die Reaktion ungestümer, das Bike geht ab wie ein Jagdhund, und der Motor schiebt beim Aufhören des Pedalierens auch ein kleines bisschen nach. Ah ja, und eine Fußgeh-Schiebehilfe gibt es natürlich auch.

Zur Individualisierung des Antriebs kann man die Smartphone-Apps „E-Tube Project“ und „E-Tube Ride“ downloaden. Die Bluetooth-Verbindung mit einem iPhone klappt recht schmerzlos. Man kann dann mit der App zwischen der werksseitigen Voreinstellung „Dynamic“, dem Programm „Explorer“ und dem individuell konfigurierbaren „Custom“ auswählen. Während man bis vor kurzem bei der Individual-Einstellung nur innerhalb der Modi Boost und Trail jeweils zwischen Low, Medium und High auswählen konnte (und Eco immer relativ kräftig unterstützte), ist nach einem Shimano-Update jetzt auch im Modus Eco der nachgeordnete Unterstützungsgrad dreistufig einstellbar. Auf den ersten Eindruck mag das alles einen überspannten Eindruck machen, es hat aber Vorteile: Zum einen kann man das MIG-RR optimal auf sein bevorzugtes Gelände und auf die persönliche Fitness einstellen, zum anderen kann man nun die E-Unterstützung extrem zart einstellen, wenn man hauptsächlich mit Muskelkraft und sportlich unterwegs sein will. Mit E-Tube Project kann man unter anderem auch Programm-Updates für den Motor aufspielen, sich auf Fehlersuche begeben, den Display-Inhalt an seine Bedürfnisse anpassen oder den Batteriestrom für eine leistungsfähige Lichtanlage freischalten.

Ducati MIG-RR
Bei Speed Planet (Giant Store Klosterneuburg) wird der Lenker gekürzt, die neueste Firmware aufgespielt und das Licht fachgerecht angeschlossen
Ducati MIG-RR
E-Bike-Tuning, ja oder nein? Was dafür und was dagegen spricht sowie der aktuelle Stand für den Shimano E8000 demnächst hier auf www.motomobil.at
 

Mit der App E-Tube Ride wird das (an den Lenker oder an das Oberrohr befestigte) Smartphone als detailreiches Hauptdisplay verwendet. Man wird aber wahrscheinlich sein Handy nur dann ans Fahrrad festschnallen, wenn man möglichst viele Infos gleichzeitig sehen will – denn das kleine, perfekt lesbare Originaldisplay ist sturzgeschützt montiert.

Und weil der Strom jetzt schon da ist, kommt für nächtliche Umtriebe die wohl beste Lichtanlage drauf, die für E-Bikes derzeit erhältlich ist: Die dezent kleine Lupine SL für Shimano (Kostenpunkt 320 Euro) hat Tagfahrlicht, Abblendlicht, Fernlicht (1600 Lumen!) und kann nach der Verlegung des Kabels im Unterrohr direkt im Motor angeschlossen werden. Zum Heimleuchten, als kleiner Wegweiser.


TECHNISCHE DATEN: DUCATI MIG-RR
RAHMEN Aluminium 6061 T4/T6 
GABEL Fox 36 Float Factory Kashima, 170 mm 
FEDERBEIN Fox DPX2 Factory, 160 mm 
LAUFRÄDER v/h Mavic E-XA Drifter 29"/27,5" 
BEREIFUNG v/h Maxxis Minion 29 x 2,6/27,5 x 2,8 
BREMSEN v/h Shimano Saint M820 203 mm, 4-Kolben
SCHALTUNG Shimano Deore XT M8000/Shadow RD 11G 
MOTOR Shimano Steps E8000 250 W, 70 Nm 
AKKU Lithium-Ionen 504 Wh, 36 V 
LADEZEIT ca. 2,5 h für 80 %, 5 h voll 
MAX. REICHWEITE bis zu 100 km 
GEWICHT (M, inkl. Akku) 22,5 kg 
SPITZE 25 km/h mit Tretunterstützung 
SONSTIGES Teleskopsattel 
PREIS € 6250,– 
VERTRIEB/INFO www.ducati.at/modelle/e-mtb/mig-rr 























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