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ROLLER-TEST

YAMAHA X-MAX 300 IM MOTOMOBIL-DAUERTEST, KM-STAND 6473


Text: Redaktion
Fotos: Michael Filippovis, Motomobil
 

GEHOBENE MITTELKLASSE

Eine ganze Saison lang haben wir versucht, dem X-Max etwas am Zeug zu flicken und ein Haar in der Suppe zu finden. Das war nicht leicht


YamahaX-Max 300
 

Mit dem Austausch des bisherigen X-Max 250 durch den X-Max 300 hat Yamaha ins Schwarze getroffen: Obwohl das neue Modell erst im Frühsommer 2017 in Österreich eintraf und damit fast die Saison versäumt hätte, war die erste Lieferung bereits wenige Wochen später ausverkauft, erst im Herbst konnte man wieder nachfassen.

Der 300er scheint genau den Nerv der Scooter-Fans zu treffen, die eine ausgewogene Balance von Performance, Komfort, hochwertiger Ausstattung, fescher Erscheinung und plausiblen Kosten suchen. Gute Mobilität für gutes Geld also – hier können die detaillierte Technikvorstellung und der Fahrbericht des X-Max 300 nachgelesen werden.

Die doch sehr erkleckliche Leistungssteigerung auf 20,6 kW (28 PS) im neu konstruierten Blue-Core-Vierventilmotor befähigt das Universaltalent zu Fahrleistungen, mit denen man ohne Reisethrombose nicht nur durch ganz Österreich, sondern durch ganz Europa kommt. Ohne Zögern und ohne Vorbereitung würden wir tags darauf aufsitzen, um mit ihm nach Sizilien zu fahren.

Den erst für die Saison 2018 nachgeschobenen X-Max 400 (mit – außer seiner Doppelscheibenbremse – sehr ähnlicher Ausstattung) würden wir dann vorziehen, wenn man vorwiegend zu zweit unterwegs ist. Für den Pendlerverkehr und die Stadt bleibt der X-Max 300 die erste Wahl, hier hat er fast die Beweglichkeit eines Achtelliter-Rollers. Vergleicht man ihn wiederum mit einem Gran Turismo, dann freut man sich, dass er mit 179 Kilo vollgetankt deutlich unter der 200-Kilo-Schwergewichtsmarke liegt.

Yamaha X-Max 300
Mit 20,6 kW (28 PS) schafft der
300er souveräne Fahrleistungen
Yamaha X-Max 300
Universalroller auf der
Rollfähre bei Klosterneuburg
 

Die günstige Tendenz beim Spritverbrauch, die der X-Max ab dem 1000er-Service zeigte, setzte sich bis zum Testende bei Kilometerstand 6473 fort: Bei schneller Autobahnfahrt (also nahezu Vollgas) genehmigt er sich knapp über vier Liter auf hundert Kilometer. Im gemäßigten Freilandverkehr hingegen gibt es immer wieder Verbrauchswerte deutlich unter drei Liter, das ist für einen 300er dieser Leistungsklasse sehr bemerkenswert. Der Durchschnittsverbrauch über die gesamte Testdistanz ist 3,5 Liter.

Trotz der dynamisch wirkenden Silhouette ist der Wetterschutz hinter der Frontschürze sehr gut. Die Höhe des Windschilds lässt sich um fünf Zentimeter verstellen – dazu benötigt man die Inbusschlüssel des Bordwerkzeugs, dann ist die Angelegenheit in wenigen Minuten erledigt.

Über die riesigen Stauräume unter der Sitzbank (45 Liter für zwei Vollvisierhelme plus weitere Utensilien) und in den beiden Frontboxen ist schon viel geschrieben und gejubelt worden – genau das wünscht man sich von einem Vollwertroller. Yamaha hat das Bedienkonzept aber auch in kleinen Randdetails verfeinert: So ist das Zusammenwachsen von Killswitch und Starterknopf eine logische und angenehme Neuerung; die Auswahl der umfangreichen Anzeigemöglichkeiten des Bordcomputers von der rechten Lenkerarmatur aus ist ebenfalls eine schlaue Sache.

Yamaha X-Max 300
Verstecktes Detail: Die Lenkerposition
kann um zwei Zentimeter verstellt werden
Yamaha X-Max 300
Zusätzlich zu zwei Helmen
passt noch einiges hinein
 

Den Smartkey will man bald nicht mehr missen. Sowohl Handschuhfach, Tankklappe als auch Sitzbank lassen sich damit über den Drehknopf an der Mittelkonsole schlüssellos bedienen, natürlich auch die Lenkersperre. Lediglich das System, nach dem der Roller hin und wieder unvermittelt zu piepsen und zu quietschen beginnt, haben wir bis zum Schluss nicht ganz durchschaut, das ist ein bisschen nervig.

Vom Fernlicht wünscht man sich in der Nacht mehr, da sind wir von der Umstellung auf LED-Lichttechnik bei manchen Rollern noch nicht so ganz überzeugt. Die präzise Manövrierfähigkeit im Stadtverkehr machen den Alltag mit dem „mittleren“ X-Max unkompliziert und angenehm. Dabei ist die Radgröße mit 15 Zoll vorne und 14 Zoll hinten großzügig genug, um auch über nasses Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen nicht hasardieren zu müssen.

Ob man sich jetzt eine etwas knackigere Druckpunkt-Abstimmung der Bremsanlage wünscht oder ob man die universell-defensive Auslegung bevorzugt, das bleibt letztlich eine Frage der Gewöhnung und des persönlichen Geschmacks: Die Leistung ist ohne Tadel, auch die Abstimmung des ABS. Will man unbedingt eine vordere Doppelscheibenbremse, dann hat man den 400er zur Auswahl. Und will man ständig hart und sportlich unterwegs sein, dann greife man tiefer in die Tasche und zum rassigen (für 2017 erneuerten) Yamaha T-Max. Der X-Max ist die aktuelle Messlatte, der sich Neuankömmlinge in der Mittelklasse stellen müssen.

Yamaha X-Max 300
Sehr gut abgestimmtes ABS; die Bremse
ist gut dosierbar und erfordert etwas Handkraft
Yamaha X-Max 300
Kombinierter Start-Stopp-Schalter; auch das
Info-Display kann von hier gesteuert werden
 
Yamaha X-Max 300
Zentralschalter für Zündung, Lenkersperre
und alle möglichen Klappenveriegelungen
Yamaha X-Max 300
Navi-Systeme (wie hier das Garmin Zumo) können mit RAM-Mount einfach am Spiegelgewinde befestigt werden
 

TECHNISCHE DATEN: YAMAHA X-MAX 300
Motor: 1-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, SOHC, 4 Ventile, EFI; Hubraum: 292 ccm; Leistung: 20,6 kW (28 PS) bei 7250/min; Drehmoment: 29,0 Nm bei 5750/min; Getriebe: stufenlose Variomatik; Vorderradaufhängung: Telegabel; Hinterradaufhängung: Triebsatzschwinge, Stereofederbeine; Bremsen vo/hi: 1 x Scheibe 267 mm/Scheibe 245 mm; Bereifung vo/hi: 120/70-15, 140/70-14; Federweg vo/hi: 110/79 mm; Radstand: 1540 mm; Sitzhöhe: 795 mm; Tankinhalt: 13 l; Gewicht (vollgetankt): 179 kg; Höchstgeschwindigkeit: 143 km/h; Testverbrauch: 2,7 bis 4,3 l/100 km; Preis 2018: € 5799,– (Aktionspreis); Vertrieb: www.yamaha-motor.eu/at

Den Yamaha-X-Max-300-Dauertest als E-Paper gratis downloaden pdf
 


YamahaX-Max 300


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